Innen sanieren
Der Boden kostet weniger als das, was darunter liegt
Die Quadratmeterpreise, die Sie im Baumarkt sehen, sind das Material. Auf der Rechnung eines Betriebs stehen daneben Untergrund, Altbelag, Sockelleisten und Türblätter. Diese Seite rechnet den zweiten Teil.
Welchen Belag möchten Sie verlegen lassen?
Zwischen Laminat und Parkett liegt beim reinen Arbeitslohn das Fünffache, und das ohne das Material, das Sie ohnehin selbst aussuchen. Der Belag entscheidet zugleich, wie eben der Untergrund sein muss: Je größer und starrer das Element, desto weniger verzeiht es Wellen.
Sie können oben etwas auswählen, müssen aber nicht. Ohne Auswahl fragt der Agent im Gespräch danach. Kein Formular, keine Postleitzahl, und Kontaktdaten erst, wenn die Akte fertig ist.
Worum es geht
Geschrieben für jemanden, der zum ersten Mal damit zu tun hat. Fachbegriffe stehen erklärt daneben, wo sie unvermeidlich sind.
Ein Bodenbelag ist das einzige Bauteil einer Wohnung, dessen Preis fast jeder zu kennen glaubt. Die Zahl, die man kennt, steht am Regal im Baumarkt und ist der Materialpreis. Was ein Betrieb in Rechnung stellt, ist etwas anderes: Arbeitslohn plus Verlegematerial, also Kleber, Dämmunterlage und Profile, und zwar ohne den Belag, den Sie sich selbst aussuchen.
Diese Trennung zieht sich durch die ganze Seite. Jede Spanne unten ist eine Lohnspanne. Das ist keine Auslassung, sondern die einzige ehrliche Darstellung: Zwischen einem Laminat für neun Euro und einem Parkett für achtzig Euro je Quadratmeter liegt beim Material das Zehnfache, beim Verlegen aber nur das Fünffache, und diese beiden Zahlen zu addieren würde für niemanden stimmen.
Der zweite Teil der Rechnung ist der Untergrund, und er ist der Grund, warum zwei Angebote für dieselbe Wohnung weit auseinanderliegen können. Ob gespachtelt werden muss, ob der alte Belag samt Kleberresten herunter muss, ob der Untergrund überhaupt trocken genug ist: Das entscheidet über vierstellige Beträge und lässt sich vom Wohnzimmer aus nicht beurteilen.
Der dritte Teil ist der, an den niemand denkt. Ein neuer Aufbau macht den Boden höher, und die Türblätter waren auf die alte Höhe abgestimmt. Was Ihre Wohnung davon betrifft, klärt der Agent im Gespräch. Was er nicht wissen kann, lässt er offen stehen, statt es zu erfinden.
Was hier anders ist
Punkte, die nur für dieses Vorhaben gelten. Genau daran scheitern Anfragen, die aus einem Formular kommen.
Der Betrieb muss den Untergrund prüfen, bevor er verlegt
Die ATV Bodenbelagarbeiten verpflichtet den Auftragnehmer, Bedenken anzumelden, wenn der Untergrund nicht geeignet ist. Ausdrücklich genannt sind größere Winkel- und Ebenheitsabweichungen als nach DIN 18202 zulässig sowie Risse im Untergrund. Wichtig für Sie als Verbraucher: Diese Norm gehört zur VOB Teil C, und die VOB ist in einem Verbrauchervertrag nicht automatisch vereinbart. Sie beschreibt aber die Grundlage, gegen die Betriebe kalkulieren, und erklärt, warum eine Spachtelung im Angebot steht und keine Zusatzleistung ist.
DIN 18365:2019-09, VOB Teil C, ATV Bodenbelagarbeiten, Abschnitt 3.1.1 zu Bedenken gegen den Untergrund · Deutsches Institut für Normung
Belegreife ist ein Messwert und keine Einschätzung
Auf einem frischen oder feuchten Untergrund darf nicht verlegt werden, und ob er trocken genug ist, wird mit der CM-Methode gemessen. Als Richtwert gilt für Zementestrich ein Feuchtegehalt bis 2,0 CM-Prozent, bei beheiztem Aufbau bis 1,8 CM-Prozent. Bei Calciumsulfatestrich laufen die Angaben auseinander: Nach DIN 18560 sind bis 0,5 CM-Prozent zulässig, im bodenlegenden Handwerk gelten 0,3 CM-Prozent als maßgeblich. Diese Lücke ist der Grund, warum zwei Betriebe denselben Untergrund unterschiedlich beurteilen können, und sie ist keine Nachlässigkeit, sondern eine offene Frage des Fachs.
Bestimmung der Restfeuchte in Estrichen nach der CM-Methode, Richtwerte für die Belegreife von Zement- und Calciumsulfatestrich · Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU), Bauportal 4/2021
Unter dem Türblatt bleiben sieben Millimeter
Für den unteren Luftspalt zwischen Türblatt und Boden gilt ein rechnerisches Nennmaß von sieben Millimetern nach DIN 18101; der Kommentar zu DIN 18202 nennt für die Praxis einen Bereich von etwa vier bis zehn Millimetern. Ein neuer Aufbau aus Dämmunterlage und Belag ist schnell zwölf Millimeter hoch, und dann schleift jede Zimmertür. Das Kürzen der Blätter gehört deshalb zum Auftrag des Bodenlegers und steht als eigene Position in der Rechnung.
Unterer Luftspalt am Türblatt, rechnerisches Nennmaß nach DIN 18101 und Praxisbereich nach dem Kommentar zu DIN 18202 · IFR Institut für Fußboden- und Raumausstattung
Kosten
Spannen, keine Punktzahlen. Jede weist aus, woher sie stammt, und wird enger, sobald Ihre Mengen feststehen.
Was das Verlegen kostet, ohne den Belag
Alle Beträge brutto inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer, gerechnet aus den Nettospannen unserer Wissensschicht. Jede Zeile ist Arbeitslohn einschließlich Verlegematerial. Der Belag selbst kommt in keiner davon vor, weil Sie ihn aussuchen und die Preisspanne dafür vom Regal abhängt und nicht vom Betrieb.
| Position | Spanne brutto |
|---|---|
| Bodenbelag verlegen, je QuadratmeterArbeitslohn einschließlich Verlegematerial, ohne den Belag. Das untere Ende ist schwimmend verlegtes Laminat, das obere verklebtes Parkett. Die Spanne ist Lohn, nicht Material. | 18 € – 89 € |
| Alten Bodenbelag entfernen, je QuadratmeterEinschließlich Kleberresten, ohne Entsorgung. Verklebter Teppichboden und alte Bitumenkleber liegen am oberen Rand, schwimmend verlegtes Laminat am unteren. | 10 € – 21 € |
| Untergrund grundieren und spachteln, je QuadratmeterGrundierung und Ausgleichsspachtelung, damit die Ebenheit für den gewählten Belag reicht. Bei sechzig Quadratmetern sind das bis zu 1.440 Euro netto, und es ist der Posten, der in Kostenvoranschlägen am häufigsten fehlt. | 12 € – 29 € |
| Trittschalldämmung verlegen, je QuadratmeterDämmunterlage unter schwimmend verlegten Belägen. Sie trägt zur Aufbauhöhe bei, die später über das Kürzen der Türblätter entscheidet. | 5 € – 14 € |
| Sockelleisten liefern und montieren, je laufendem MeterLeiste, Befestigung und Zuschnitt. Anders als beim Belag ist das Material hier enthalten. Eine Wohnung mit sechzig Quadratmetern kommt auf rund fünfundfünfzig laufende Meter. | 7 € – 18 € |
| Türblätter auf die neue Aufbauhöhe kürzen, je StückAusbauen, kürzen, wieder einhängen. Fällt an, sobald der neue Aufbau höher ist als der alte, also fast immer, wenn eine Dämmunterlage dazukommt. | 30 € – 71 € |
| Übergangs- und Abschlussprofile setzen, je StückAn jedem Raumübergang und an jedem Wechsel der Belagsart. Die Anzahl ergibt sich aus dem Grundriss und nicht aus der Fläche. | 21 € – 54 € |
| Container 7 Kubikmeter stellen, abholen und entsorgennur wenn nötigEinschließlich Anfahrt, sieben Tagen Standzeit und Entsorgung. Alter Teppichboden ist voluminös und leicht, alter Klebstoff macht die Fracht zum Mischabfall und verteuert sie. | 298 € – 1.012 € |
| Typischer FallWohnung mit sechzig Quadratmetern über drei Zimmer und einen Flur: alter Teppichboden heraus, Untergrund grundiert und gespachtelt, Trittschalldämmung, Belag verlegt, rund fünfundfünfzig laufende Meter Sockelleisten, fünf Türblätter gekürzt und vier Übergangsprofile. Ohne den Belag und ohne Container. | 3.213 € – 10.710 € |
Was den Preis bewegt
- Der gewählte Belag
- Beim reinen Arbeitslohn liegt zwischen schwimmend verlegtem Laminat für 15 Euro und verklebtem Parkett für 75 Euro je Quadratmeter das Fünffache. Auf sechzig Quadratmetern sind das 900 gegenüber 4.500 Euro netto, und das Material kommt bei beiden noch obendrauf.
- Der Zustand des Untergrunds
- Eine Ausgleichsspachtelung kostet 10 bis 24 Euro je Quadratmeter, auf sechzig Quadratmetern also bis zu 1.440 Euro netto. Ob sie nötig ist, hängt von der Ebenheit ab, und je großformatiger und starrer der Belag, desto weniger Toleranz bleibt.
- Was noch auf dem Boden liegt
- Alter Belag heraus kostet 8 bis 18 Euro je Quadratmeter, und die Entsorgung kommt mit 250 bis 850 Euro je Container gesondert dazu. Verklebte Beläge liegen am oberen Rand, weil die Kleberreste mit herunter müssen, bevor irgendetwas Neues haftet.
- Die Aufbauhöhe
- Jedes Türblatt, das gekürzt werden muss, kostet 25 bis 60 Euro netto. Das klingt klein und summiert sich über eine ganze Wohnung; entscheidend ist, dass der Posten vor der Verlegung geplant wird und nicht danach auffällt.
- Eine vorhandene Fußbodenheizung
- Sie schränkt die Belagswahl ein und verlangt einen ausreichend niedrigen Wärmedurchlasswiderstand des gesamten Aufbaus. Sie verändert außerdem die Anforderung an die Restfeuchte: Bei beheiztem Zementestrich gilt 1,8 statt 2,0 CM-Prozent.
- Die Region
- Bodenlegearbeiten sind fast reine Lohnleistung, entsprechend stark schlägt der Standort durch. Zwischen den günstigsten und den teuersten Postleitzahlen liegen bei diesem Gewerk rund 30 Prozent.
Was in diesen Zahlen nicht steckt
- Der Belag selbst. Jede Zeile oben ist Arbeitslohn einschließlich Verlegematerial und ohne das Material, das Sie aussuchen. Das ist keine Auslassung, sondern die Trennung, die Ihnen den Vergleich zwischen zwei Angeboten überhaupt erst erlaubt.
- Estricharbeiten und die Sanierung eines Untergrunds, der die Belegreife nicht erreicht. Dafür führen wir kein Gewerk, und der Agent sagt das ausdrücklich, statt eine Spanne zu schätzen.
- Malerarbeiten. Gestrichen wird vor dem Belag und nicht danach; das ist ein eigener Auftrag mit eigener Terminlage.
- Das Räumen der Räume, also Möbel abbauen, auslagern und wieder aufstellen. Manche Betriebe bieten es an, im Quadratmeterpreis steckt es nie.
- Der Einbau oder die Anpassung einer Fußbodenheizung. Das ist Sache des Heizungsbauers und liegt zeitlich vor diesem Auftrag.
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Was Eigentümer an dieser Stelle fragen
Die Spannen auf dieser Seite stammen aus der Wissensschicht dieser Anwendung, mit der auch Ihre Projektakte gerechnet wird. Sie sind hochgerechnet mit angenommenen Mengen für einen typischen Fall und ersetzen kein Angebot.
Grundlage: Wissensschicht Bodenlegearbeiten und Entsorgung, Positionen und Preisspannen (MassivPlan), gesehen am 02.09.2026 · DIN 18365:2019-09, VOB Teil C, ATV Bodenbelagarbeiten, Abschnitt 3.1.1 zu Bedenken gegen den Untergrund (Deutsches Institut für Normung), gesehen am 02.09.2026 · Bestimmung der Restfeuchte in Estrichen nach der CM-Methode, Richtwerte für die Belegreife von Zement- und Calciumsulfatestrich (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU), Bauportal 4/2021), gesehen am 02.09.2026 · Unterer Luftspalt am Türblatt, rechnerisches Nennmaß nach DIN 18101 und Praxisbereich nach dem Kommentar zu DIN 18202 (IFR Institut für Fußboden- und Raumausstattung), gesehen am 02.09.2026
Diese Seite wurde zuletzt am 02.09.2026 redaktionell geprüft. Beträge brutto inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer.
Zwei Sätze reichen für den Anfang.
Sie müssen nichts vorbereiten und nichts nachschlagen. Der Rest entsteht im Gespräch mit dem Agenten, und Ihre Kontaktdaten fragen wir erst, wenn die Akte fertig ist.