Strom vom eigenen Haus
Solaranlage installieren lassen
Sagen Sie in zwei Sätzen, wohin die Anlage soll. Daraus entsteht eine vollständige Liste der Arbeiten, mit Mengen und Kostenspannen, auf die mehrere Betriebe dasselbe Angebot schreiben können.
Wohin soll die Anlage?
Diese Antwort entscheidet nicht nur über die Größe, sondern über die Regeln. Auf einem Wohnhaus fällt keine Umsatzsteuer an, auf einem Solarpark im freien Feld 19 Prozent. Und ob überhaupt ein Bauantrag nötig ist, hängt allein daran.
Sie können oben etwas auswählen, müssen aber nicht. Ohne Auswahl fragt der Agent im Gespräch danach. Kein Formular, keine Postleitzahl, und Kontaktdaten erst, wenn die Akte fertig ist.
Worum es geht
Geschrieben für jemanden, der zum ersten Mal damit zu tun hat. Fachbegriffe stehen erklärt daneben, wo sie unvermeidlich sind.
Die Module sind längst nicht mehr der teure Teil einer Solaranlage. Fraunhofer ISE beziffert den durchschnittlichen Systempreis im März 2026 auf 1.015 Euro je Kilowattpeak, das ist rund vier Prozent weniger als im Jahr davor. Was die Angebote auseinandertreibt, ist alles andere: der Weg vom Haus zum Zählerplatz, der Zustand des Zählerschranks, das Montagesystem für die vorhandene Eindeckung, die Absturzsicherung und die Frage, ob ein Speicher dazu soll. Deshalb schwanken Angebote für dieselbe Anlagengröße um mehrere tausend Euro, ohne dass einer der Betriebe falsch rechnet.
Der zweite Grund für die Streuung ist, dass es das Gewerk gar nicht gibt. „Photovoltaik“ steht in keiner Anlage der Handwerksordnung. Das Oberlandesgericht Koblenz hat am 02.06.2026 entschieden, dass Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung regelmäßig wesentliche Tätigkeiten des Dachdecker- oder des Elektrotechnikerhandwerks sind. Wer die Anlage als Komplettleistung anbietet, ohne in der Handwerksrolle zu stehen, handelt danach wettbewerbswidrig. Für den Netzanschluss kommt die Eintragung im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers dazu. Wir prüfen beides, bevor ein Betrieb Ihre Akte sieht.
Auf dieser Seite stehen die Positionen, die bei einer Anlage auf einem Wohnhaus üblicherweise anfallen, mit den Spannen aus unserer Wissensschicht. Welche davon Ihr Haus wirklich braucht, klärt der Agent im Gespräch. Was er nicht wissen kann, lässt er offen und schreibt es als offenen Punkt in die Akte, statt eine Zahl zu erfinden.
Was hier anders ist
Punkte, die nur für dieses Vorhaben gelten. Genau daran scheitern Anfragen, die aus einem Formular kommen.
Es gibt kein Gewerk namens Photovoltaik
Das OLG Koblenz hat am 02.06.2026 (9 U 1015/25) entschieden, dass die Arbeit an einer Solaranlage regelmäßig wesentliche Tätigkeiten des Dachdecker- oder des Elektrotechnikerhandwerks umfasst, Anlage A Nummer 4 beziehungsweise Nummer 25 der Handwerksordnung. Das Angebot als Komplettleistung ohne Eintragung in die Handwerksrolle wurde als Wettbewerbsverstoß gewertet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, ändert aber nichts daran, dass Sie nach der Handwerkskarte fragen sollten.
Urteil vom 02.06.2026, Aktenzeichen 9 U 1015/25, noch nicht rechtskräftig · Oberlandesgericht Koblenz
Ein Monat für die Registrierung, sonst kein Geld
Jede Anlage muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Ohne Eintrag entfällt die Einspeisevergütung, und § 95 EnWG sieht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro vor. Der Eintrag ist kostenlos und dauert eine halbe Stunde. Er wird trotzdem regelmäßig vergessen, weil beide Seiten annehmen, die andere mache es. Klären Sie im Angebot, wer ihn übernimmt.
Marktstammdatenregister, Registrierungspflicht und Fristen · Bundesnetzagentur
Ab 7 kWp ist der intelligente Zähler Pflicht
Seit dem Solarspitzengesetz vom 25.02.2025 müssen neue Anlagen ab 7 Kilowattpeak mit einem intelligenten Messsystem und einer Steuereinrichtung ausgestattet werden. Fehlen beide, wird die Einspeisung dauerhaft auf 60 Prozent der installierten Leistung begrenzt. Eingebaut wird das vom Messstellenbetreiber, nicht vom Handwerksbetrieb, und es ist deshalb in keinem Angebot enthalten.
Gesetz zur Änderung des EnWG und des EEG (Solarspitzengesetz), in Kraft seit 25.02.2025 · Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
In Stunden mit negativem Börsenpreis gibt es nichts
Für neue Anlagen entfällt die Einspeisevergütung in jeder Viertelstunde, in der der Börsenpreis negativ ist. Diese Zeiten werden hinten an die 20 Jahre Vergütungsdauer angehängt, das Geld ist also nicht verloren, sondern verschoben. Praktisch heißt das: Der eingespeiste Überschuss wird als Kalkulationsgrundlage unzuverlässiger, der selbst verbrauchte Anteil zuverlässiger. Das ist der Grund, warum sich ein Speicher heute eher rechnet als vor fünf Jahren.
Gesetz zur Änderung des EnWG und des EEG (Solarspitzengesetz), in Kraft seit 25.02.2025 · Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Auf dem Wohnhaus kostet die Anlage keine Umsatzsteuer
Seit dem 01.01.2023 gilt für Lieferung und Installation ein Steuersatz von null Prozent, wenn die Anlage auf oder in der Nähe eines Wohngebäudes steht (§ 12 Abs. 3 UStG). Bis 30 Kilowatt installierter Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister gilt diese Voraussetzung ohne weiteren Nachweis als erfüllt, auch auf einem Büro- oder Werkstattgebäude. Ohne Eintrag im Register greift die Vereinfachung allerdings nicht.
Nullsteuersatz für bestimmte Photovoltaikanlagen (§ 12 Abs. 3 UStG), BMF-Schreiben vom 27.02.2023 und 30.11.2023 · Bundesministerium der Finanzen
Auf dem Haus verfahrensfrei, auf der Wiese nicht
Anlagen auf und an Dächern sind in allen Landesbauordnungen verfahrensfrei, es braucht also keinen Bauantrag. Verfahrensfrei heißt aber nicht anforderungsfrei: Die Standsicherheit muss gegeben sein, und bei einem denkmalgeschützten Gebäude ist eine eigene denkmalschutzrechtliche Erlaubnis nötig. Auf freier Fläche kehrt sich das um. Dort ist in der Regel ein Bebauungsplan erforderlich; privilegiert nach § 35 Abs. 1 Nr. 8 BauGB sind nur Streifen bis 200 Meter entlang von Autobahnen und mehrgleisigen Schienenwegen.
§ 35 Abs. 1 Nr. 8 BauGB sowie die Landesbauordnungen der Länder · Bundesministerium der Justiz
Kosten
Spannen, keine Punktzahlen. Jede weist aus, woher sie stammt, und wird enger, sobald Ihre Mengen feststehen.
Was eine Solaranlage kostet
Die Positionen, die bei einer Anlage auf einem Einfamilienhaus anfallen, mit den Spannen aus unserer Wissensschicht. Die Spalte rechts weist wie überall in diesem Haus den Bruttobetrag mit 19 Prozent Umsatzsteuer aus. Für Photovoltaik auf einem Wohngebäude ist das zu hoch: Dort gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG, Sie zahlen den Nettobetrag. Teilen Sie die Werte also durch 1,19, wenn die Anlage auf Ihr Wohnhaus soll. Unverändert gelten sie für einen Solarpark im freien Feld, der vom Nullsteuersatz nicht erfasst ist.
| Position | Spanne brutto |
|---|---|
| Photovoltaikanlage schlüsselfertig, 10 kWpModule, Wechselrichter, Montagesystem, Gleichstrominstallation und Inbetriebnahme. Grundlage sind 1.150 bis 1.800 Euro je kWp netto, die Zeile skaliert also mit der Anlagengröße. | 13.685 € – 21.420 € |
| Batteriespeicher, 8 kWhnur wenn nötigLithium-Eisenphosphat, geliefert und eingebunden, 550 bis 1.000 Euro je kWh netto. Rechnet sich über den Eigenverbrauch, nicht über die Einspeisung. | 5.236 € – 9.520 € |
| Netzanmeldung und Registrierung im MarktstammdatenregisterAnmeldung beim Netzbetreiber und Eintrag bei der Bundesnetzagentur. Ohne den Eintrag entfällt die Einspeisevergütung. | 298 € – 774 € |
| Zählerplatz anpassen und Zweirichtungszähler setzen lassenArbeit des Elektrofachbetriebs am Zählerplatz. Den Zähler selbst stellt der Messstellenbetreiber und rechnet ihn gesondert ab. | 214 € – 833 € |
| Potentialausgleich und Überspannungsschutz herstellenSchutz auf der Gleich- und der Wechselstromseite nach VDE. Bei vorhandener Blitzschutzanlage kommt die Einbindung nach DIN EN 62305 dazu. | 476 € – 1.428 € |
| Absturzsicherung an der Traufe und MaterialtransportDachfanggerüst über rund 24 Meter Traufkante plus An- und Abfahrt. Der Posten, den Laienanfragen am zuverlässigsten übersehen, und der Betriebe zwingt, ohne ihn zu kalkulieren. | 440 € – 1.071 € |
| Zuschlag Montagesystem bei Schiefer, Blech oder Flachdachnur wenn nötigMehraufwand gegenüber einer Eindeckung aus Ziegel oder Betonstein, 25 bis 60 Euro je Quadratmeter belegter Fläche, hier gerechnet für rund 55 Quadratmeter. | 1.636 € – 3.927 € |
| Zählerschrank erneuernnur wenn nötigNur nötig, wenn kein Platz für Wechselrichter, Zähler und Steuereinrichtung ist oder der Schrank nicht der aktuellen TAB entspricht. In Häusern von vor 1980 ist das eher die Regel als die Ausnahme. | 1.428 € – 3.094 € |
| Wallbox 11 kW liefern, montieren und anmeldennur wenn nötigInklusive Zuleitung im Bestand. Bis 11 kW beim Netzbetreiber anmeldepflichtig, ab 12 kW genehmigungspflichtig. | 952 € – 2.499 € |
| Typischer FallEinfamilienhaus mit Ziegeleindeckung, 10 kWp, 8 kWh Speicher, Netzanmeldung, Zählerplatz, Überspannungsschutz und Absturzsicherung. Ohne Wallbox und ohne neuen Zählerschrank. Auf einem Wohnhaus fällt darauf keine Umsatzsteuer an, Sie zahlen also die 17.100 bis 29.450 Euro netto und nicht den Bruttobetrag daneben. | 20.349 € – 35.046 € |
Was den Preis bewegt
- Anlagengröße
- Jedes zusätzliche Kilowattpeak kostet 1.369 bis 2.142 Euro brutto. Zwischen 8 und 12 kWp liegen damit rund 5.500 bis 8.600 Euro.
- Speicher ja oder nein
- Ein Speicher mit 8 kWh schlägt mit 5.236 bis 9.520 Euro brutto zu Buche, also rund ein Viertel des typischen Gesamtbetrags. Er ist die einzige große Position, bei der Sie wirklich frei entscheiden.
- Womit das Haus eingedeckt ist
- Schiefer, Trapezblech und Flachdach brauchen ein anderes Montagesystem: 1.636 bis 3.927 Euro brutto Mehraufwand bei rund 55 Quadratmetern belegter Fläche.
- Zustand des Zählerschranks
- Muss er erneuert werden, kommen 1.428 bis 3.094 Euro brutto dazu. Ob das nötig ist, sieht ein Fachbetrieb auf einem Foto des geöffneten Schranks, nicht am Telefon.
- Ausrichtung der belegten Fläche
- Sie ändert nicht den Preis je Kilowattpeak, aber den Ertrag um bis zu 30 Prozent. Damit verschiebt sie die Anlagengröße, die sich rechnet, und darüber den Gesamtbetrag.
- Region
- Wir rechnen mit regionalen Faktoren zwischen 0,91 und 1,12. Zwischen Mecklenburg-Vorpommern und München sind das rund 23 Prozent auf dieselbe Leistung.
Was in diesen Zahlen nicht steckt
- Der Zähler selbst. Den stellt der Messstellenbetreiber und rechnet ihn über die jährliche Messstellengebühr ab, nicht der Handwerksbetrieb.
- Das intelligente Messsystem und die Steuereinrichtung, die ab 7 kWp Pflicht sind. Auch das liegt beim Messstellenbetreiber.
- Eine neue Eindeckung. Ist sie in den nächsten Jahren ohnehin fällig, gehört sie vor die Anlage und ist ein eigenes Vorhaben mit eigenem Kostenrahmen.
- Statische Nachweise und Gutachten, falls die vorhandene Konstruktion die zusätzliche Last nicht offensichtlich trägt.
- Erdarbeiten, Unterkonstruktion, Zaun und Netzanschluss für eine Anlage auf freier Fläche. Unsere Wissensschicht bepreist bisher nur die Anlage auf dem Gebäude, und der Agent weist das in der Akte als offen aus.
- Der Ertrag. Was die Anlage einbringt, hängt an Ausrichtung, Verschattung und Verbrauch und steht hier nicht.
Ausführlich: die einzelnen Posten und was Angebote unterscheidet
Förderung
Jedes Programm mit Stand und Quelle. Wo wir unsicher sind, steht es daneben, statt weggelassen zu werden.
Welche Förderung greift
Nullsteuersatz auf Lieferung und Installation (§ 12 Abs. 3 UStG)
SteuerStand 30.11.2023Die 19 Prozent Umsatzsteuer entfallen vollständig. Bei einer Anlage für 20.000 Euro sind das 3.800 Euro, die gar nicht erst anfallen.
- Anlage auf oder in der Nähe eines Wohngebäudes oder eines dem Gemeinwohl dienenden Gebäudes
- Vereinfachung: bis 30 Kilowatt installierter Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister gilt die Voraussetzung als erfüllt, unabhängig vom Gebäudetyp
- Ohne Eintrag im Marktstammdatenregister greift die Vereinfachung nicht
- Wirkt als Preisnachlass auf der Rechnung, nicht als Auszahlung
Ein Solarpark im freien Feld ohne Bezug zu einem Wohngebäude fällt nicht darunter. Dort werden 19 Prozent fällig, die ein gewerblicher Betreiber allerdings als Vorsteuer geltend machen kann.
Steuerbefreiung für kleine Anlagen (§ 3 Nr. 72 EStG)
SteuerStand 01.01.2025Einspeisevergütung und Eigenverbrauch bleiben einkommensteuerfrei. Eine Gewinnermittlung für die Anlage entfällt damit.
- Bis 30 Kilowattpeak je Wohn- oder Gewerbeeinheit, für Anlagen ab dem 01.01.2025
- Insgesamt höchstens 100 Kilowattpeak je steuerpflichtiger Person
- Wird die Gesamtgrenze überschritten, entfällt die Befreiung für alle Anlagen dieser Person
Die Befreiung ist zwingend, nicht wählbar. Wer Ausgaben rund um die Anlage steuerlich geltend machen wollte, kann das dann nicht mehr.
KfW 270, Erneuerbare Energien Standard
KfWStand 28.05.2026Kredit über bis zu 100 Prozent der Investitionskosten, Laufzeit bis 30 Jahre, bis zu fünf tilgungsfreie Anlaufjahre. Anlage, Speicher und Ladeinfrastruktur sind finanzierbar.
- Antrag über die eigene Bank, zwingend vor Beginn des Vorhabens
- Effektiver Jahreszins bonitäts- und laufzeitabhängig, am 28.05.2026 zwischen 3,82 und 11,66 Prozent
- Der Zinssatz wird bei Zusage festgelegt
Ein Kredit ist kein Zuschuss. Ob er günstiger ist als Eigenkapital oder ein Darlehen Ihrer Hausbank, ist eine Rechnung, die Sie selbst machen müssen. Bei der oberen Zinsspanne ist er es meist nicht.
Weiterlesen
Was eine Solaranlage wirklich kostet
Die einzelnen Positionen, warum der Modulpreis nicht mehr der Hebel ist, und was die Umsatzsteuer damit zu tun hat.
Förderung und Vergütung für Solarstrom
Warum es keinen Zuschuss vom Bund gibt, was stattdessen wirkt, und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen müssen.
Was genehmigt werden muss und wer arbeiten darf
Auf dem Haus ist fast alles verfahrensfrei, auf der freien Fläche fast nichts. Und ein Betrieb braucht zwei Eintragungen, nicht eine.
Wärmepumpe einbauen lassen
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Dach sanieren lassen
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Was Eigentümer an dieser Stelle fragen
Die Spannen auf dieser Seite stammen aus der Wissensschicht dieser Anwendung, mit der auch Ihre Projektakte gerechnet wird. Sie sind hochgerechnet mit angenommenen Mengen für einen typischen Fall und ersetzen kein Angebot.
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Diese Seite wurde zuletzt am 07.08.2026 redaktionell geprüft. Beträge brutto inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer.
Zwei Sätze reichen für den Anfang.
Sie müssen nichts vorbereiten und nichts nachschlagen. Der Rest entsteht im Gespräch mit dem Agenten, und Ihre Kontaktdaten fragen wir erst, wenn die Akte fertig ist.