Raum abtrennen
Was eine Trennwand wirklich kostet
Warum der Quadratmeterpreis zweimal gerechnet wird, welche zwei Entscheidungen sich nach dem Beplanken nicht mehr korrigieren lassen, und wo die Rechnung über die Wand hinauswächst.
Kosten
Gehört zu Raum abtrennen lassen.
Die Preisfrage bei einer Trennwand hat eine Eigenheit, die fast jedes Laienangebot verzerrt: Es gibt zwei verschiedene Quadratmeter. Der Trockenbauer rechnet die Wandfläche, also die Länge mal die Höhe, und beide Seiten sind in seinem Quadratmeterpreis enthalten. Der Maler rechnet die Sichtfläche, und die ist doppelt so groß, weil er zweimal an derselben Wand steht. Eine Wand von zwölf Quadratmetern ist für den einen zwölf und für den anderen vierundzwanzig, und beide haben recht.
Die zweite Eigenheit ist zeitlich. Zwei Posten müssen entschieden sein, bevor die erste Platte sitzt: die Dämmung im Ständerwerk und die Zahl der Plattenlagen. Zusammen kosten sie bei zwölf Quadratmetern rund 340 bis 600 Euro netto. Beide nachträglich einzubauen heißt, die Wand wieder zu öffnen, und dann kostet dieselbe Verbesserung ein Vielfaches. Es ist die einzige Stelle dieses Vorhabens, an der Sparen später sicher teurer wird.
Die dritte ist die Decke. Sie ist keine Position der Trennwand und taucht trotzdem in etwa jedem dritten Angebot auf, weil Leitungen verschwinden sollen oder weil die neue Wand einen Höhenversprung sichtbar macht. Mit 45 bis 95 Euro je Quadratmeter liegt sie regelmäßig über dem Preis der Wand, um die es eigentlich ging. Wer sie nicht braucht, sollte sie ausdrücklich aus dem Angebot nehmen lassen.
Die Positionen
Dieselben Spannen, mit denen der Agent Ihre Akte rechnet. Keine zweite Zahlenwelt fürs Schaufenster.
Was die Wand und ihre Oberfläche kosten
Alle Beträge brutto, inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer. Die Netto-Spannen stammen aus unserer Wissensschicht und sind dieselben, mit denen die Projektakte rechnet. Gerechnet ist eine Wand von rund zwölf Quadratmetern, also etwa 4,60 Meter Länge bei 2,60 Meter Höhe.
| Position | Spanne brutto |
|---|---|
| Ständerwand aufstellen und beplanken, rund 12 m²Metallständerwerk mit Anschluss an Boden, Decke und flankierende Wände, einfache Beplankung beidseitig. 55 bis 115 Euro je m² Wandfläche, beide Seiten enthalten. Ohne Dämmung und ohne Spachtelung. | 785 € – 1.642 € |
| Mineralwolldämmung in das Ständerwerk einbringenEinlage in die Hohlräume des Ständerwerks, 8 bis 20 Euro je m². Sie ist der Grund, warum eine leere Ständerwand und eine gedämmte sich völlig verschieden anhören, und nach dem Beplanken nicht mehr nachrüstbar. | 114 € – 286 € |
| Fugen und Schraubenköpfe spachteln, Q2Standardverspachtelung, geeignet für Tapete und normale Anstriche. 8 bis 18 Euro je m². Höhere Stufen für Streiflicht und Glanzlacke sind gesondert zu vereinbaren und stehen weiter unten als Preistreiber. | 114 € – 257 € |
| Untergrund grundieren, rund 24 m² SichtflächeTiefengrund auf der frisch gespachtelten, stark saugenden Platte, 3 bis 8 Euro je m². Die Sichtfläche ist doppelt so groß wie die Wandfläche, weil die Wand zwei Seiten hat. Ohne sie zieht der erste Anstrich fleckig auf. | 86 € – 228 € |
| Wände streichen, zwei Anstriche, rund 24 m²Arbeitslohn inklusive Dispersionsfarbe, 8 bis 18 Euro je m² Sichtfläche. Zwei Anstriche sind der Regelfall; kräftige Rot-, Orange- und Gelbtöne brauchen einen dritten und sind hier nicht gerechnet. | 228 € – 514 € |
| Abkleben, Abdecken und EndreinigungFolie und Malervlies auf Bodenbelag und Einbauten, Abkleben der Anschlüsse, besenreine Übergabe. Pauschale für eine Wohnung bis 80 m². Der Posten, der in Laienanfragen am zuverlässigsten fehlt. | 179 € – 571 € |
| Risse und Fehlstellen ausbessernnur wenn nötigPauschale für eine Wohnung bis 80 m². Nicht für die neue Wand, sondern für das, was sie sichtbar macht: Der Anschluss an eine alte Decke und an zwei alte Wände legt Risse und Fehlstellen frei, die vorher niemand gesehen hat. Steht in fast jedem Malerangebot und in kaum einer Anfrage. | 214 € – 774 € |
| Decke abhängen und beplanken, rund 15 m²nur wenn nötigUnterkonstruktion inklusive Beplankung, 45 bis 95 Euro je m². Nur nötig, wenn Leitungen verschwinden sollen oder die Raumhöhe angepasst wird. Kostet oft mehr als die Wand, die den Raum teilt. | 803 € – 1.696 € |
| Vorsatzschale vor eine Bestandswand, rund 8 m²nur wenn nötigUnterkonstruktion vor der vorhandenen Wand, 40 bis 80 Euro je m². Der Weg, wenn Leitungen geführt oder eine schiefe Bestandswand begradigt werden soll, und kein Ersatz für die Trennwand selbst. | 381 € – 762 € |
| Revisionsklappe einbauennur wenn nötigJe Stück, inklusive Material. Nur nötig, wenn hinter der Beplankung Absperrventile oder Rohrleitungen liegen. Fehlt sie, ist das dahinter Liegende ohne Öffnen der Wand nicht mehr erreichbar. | 107 € – 262 € |
| Typischer FallEine Trennwand von rund zwölf Quadratmetern, einfach beplankt, mit Dämmung im Ständerwerk, Q2 verspachtelt, auf 24 Quadratmetern Sichtfläche grundiert und zweimal gestrichen, mit Abdecken und Endreinigung. Ohne Öffnung, ohne Elektro und ohne Anpassung des Bodenbelags, netto gerechnet und hier brutto ausgewiesen. | 1.507 € – 3.499 € |
Was den Preis bewegt
- Beplankung
- Eine zweite Plattenlage oder Schallschutzplatten schlagen mit rund 20 bis 30 Euro je m² zusätzlich zu Buche, bei zwölf Quadratmetern also 240 bis 360 Euro. Es ist die Entscheidung, die sich nach dem Verschließen der Wand am teuersten korrigieren lässt.
- Qualitätsstufe der Oberfläche
- Q2 ist im Preis oben enthalten. Q3 wird als Vollflächenspachtelung gerechnet und kostet 12 bis 26 Euro je m² Sichtfläche zusätzlich, bei 24 Quadratmetern also 288 bis 624 Euro. Q4 liegt darüber und wird für Streiflicht und Glanzlacke verlangt.
- Feuchtraum
- Feuchtraumplatten kosten rund 15 Prozent mehr als Standardplatten, bei einer Wand von zwölf Quadratmetern also etwa 100 bis 170 Euro. In Bad, Waschküche und Küche sind sie keine Option, sondern der geschuldete Aufbau.
- Wandfläche
- Der Preis skaliert direkt mit der Fläche. Statt zwölf Quadratmetern zwanzig, etwa weil die Wand über eine ganze Zimmerbreite läuft, und allein die Wandkosten liegen bei 1.100 bis 2.300 Euro netto statt bei 660 bis 1.380.
- Abgehängte Decke über der neuen Wand
- Bei 45 bis 95 Euro je m² sind 15 Quadratmeter abgehängte Decke 675 bis 1.425 Euro. Das ist regelmäßig mehr als die Trennwand selbst und der häufigste Grund, warum ein Angebot doppelt so hoch ausfällt wie erwartet.
Was in diesen Zahlen nicht steckt
- Die Öffnung in der neuen Wand: Türblatt, Zarge und ihr Einbau. Das ist Tischler- oder Fensterbauarbeit, ein eigenes Gewerk mit einem eigenen Angebot, und mit 350 bis 950 Euro je Innentür ein spürbarer Posten. Die Aussparung im Ständerwerk ist dagegen in der Wandzeile enthalten.
- Elektroinstallation in der neuen Wand: Steckdosen, Schalter, Leitungen und der Lichtauslass für den neuen Raum. Sie müssen vor dem Beplanken eingebaut sein, sind Sache des Elektrobetriebs und stehen in keiner Zeile oben.
- Der Anschluss des Bodenbelags an der neuen Wandlinie, Sockelleisten und Übergangsprofile. Ein durchgehender Belag hat unter der neuen Wand keine Fuge, und was dort sichtbar wird, entscheidet sich erst beim Aufstellen.
- Traglastverstärkung für Hängeschränke, Fernseher oder einen Waschtisch. Sie wird zwischen die Ständer gesetzt, bevor die Platte davorkommt, und ist danach nicht mehr nachrüstbar, ohne die Wand wieder zu öffnen.
- Wände, die eine Feuerwiderstandsdauer leisten müssen, etwa an einem notwendigen Flur. Das ist ein anderer Wandaufbau mit anderen Platten und anderen Anschlüssen, und die Spannen oben gelten dafür nicht.
- Die Entsorgung von Verschnitt und Gipskartonresten, wenn der Betrieb sie nicht selbst mitnimmt. Bei einer einzelnen Wand ist das meistens im Preis, bei mehreren Wänden regelmäßig nicht.
Loslegen
Ihre Auswahl geht mit in das Gespräch, damit der Agent nicht bei null anfängt.
Was muss die neue Wand können?
Die Wandfläche steht meistens schon fest, der Aufbau nicht. Er entscheidet über den Preis je Quadratmeter und über zwei Dinge, die sich nach dem Beplanken nicht mehr nachrüsten lassen: die Dämmung im Ständerwerk und die zweite Plattenlage.
Sie können oben etwas auswählen, müssen aber nicht. Ohne Auswahl fragt der Agent im Gespräch danach. Kein Formular, keine Postleitzahl, und Kontaktdaten erst, wenn die Akte fertig ist.
Fragen zu diesem Punkt
Die Spannen stammen aus der Wissensschicht dieser Anwendung, mit der auch Ihre Projektakte gerechnet wird. Sie ersetzen kein Angebot.
Grundlage: Musterbauordnung, § 61 Absatz 1 Nummer 11 Buchstabe a und § 47 Aufenthaltsräume (Bauministerkonferenz, Fassung November 2002, zuletzt geändert durch Beschluss der Bauministerkonferenz vom 13.05.2016), gesehen am 09.09.2026 · Merkblatt 2.1, Verspachtelung von Gipsfaserplatten, Oberflächengüten, Abschnitt Ausschreibung (Bundesverband der Gipsindustrie e.V., Industriegruppe Gipsplatten), gesehen am 09.09.2026 · Wissensschicht Trockenbauarbeiten und Maler- und Lackierarbeiten, Positionen, Preisspannen und Zulassungsfeld (MassivPlan), gesehen am 09.09.2026
Diese Seite wurde zuletzt am 09.09.2026 redaktionell geprüft. Beträge brutto inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer.
Zwei Sätze reichen für den Anfang.
Sie müssen nichts vorbereiten und nichts nachschlagen. Der Rest entsteht im Gespräch mit dem Agenten, und Ihre Kontaktdaten fragen wir erst, wenn die Akte fertig ist.